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Pokerturniere – Grundlagen und Strategien

Pokerturniere sind aufregend und machen viel Spaß, sie können aber auch sehr frustrierend sein. Denn gegen das große Feld ist ein Spieler, ganz gleich wie gut er auch sein mag, immer ein Außenseiter, ein underdog. Wer Turnierpoker spielen möchte, der braucht Ausdauer und Geduld, denn mitunter dauert es lange, bis Sie es schaffen, ein Turnier zu gewinnen oder zumindest einen Finaltisch zu erreichen. Das ist, was jeder Pokerspieler will, denn das ist es, was Pokerturniere so lukrativ macht. Wer sich gegen ein Feld von 1.000 oder gar 2.000 Spielern durchsetzt, dem steht ein großer Zahltag ins Haus.

Können allein garantiert das nicht. Denn es gibt Situationen in Pokerturnieren, in denen Sie bereit sein müssen, alles aufs Spiel zu setzen, um eine Chance auf den Sieg zu haben. Stellen Sie sich vor, Sie haben es bereits weit in ein Turnier geschafft und sich einen großen Chipstapel erspielt. Sie haben eine gute Hand und die Situation scheint günstig. Doch Sie verlieren diese Hand, möglicherweise unglücklich. Nun stehen Sie nach stundenlangem Spiel buchstäblich mit leeren Händen da. In der folgenden Artrikelserie erklären wir Ihnen nicht nur die Grundlagen von Pokerturnieren und einige Strategien erklären, sondern auch warum Sie sich trotzdem nicht grämen sollten, wenn Ihnen ein solches Missgeschick widerfährt.

Die Struktur von Pokerturnieren

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Bargeldspielen (Cash Game) und dem Turnierspiel besteht in der Struktur. Während bei einem Bargeldspiel die Blinds von Anfang an feststehen und dann bis zum Ende des Spiels in der Regel unverändert bleiben, steigen die Blinds bei Turnieren im Laufe der Spielzeit an. Auf dem ersten Level betragen die Blinds vielleicht 15/30 (Small Blind / Big Blind), nach einer Viertelstunde wird das zweite Level erreicht und die Blinds steigen auf 20/40. Und in diesem Rhythmus geht es weiter, wobei es natürlich Unterschiede hinsichtlich der Dauer eines Levels und der Menge des Startschips gibt. Grundsätzlich führt die Erhöhung der Blinds dazu, dass ihr ursprünglicher Chipstapel in  Relation zu den Blinds abnimmt. Nehmen wir an, Ihr Chipstapel beträgt zu Anfang eines Turnier 1.500 Chips. Bei Blinds von 15/30 auf dem ersten Level sind das exakt 50 Big Blinds. Auf dem zweiten Level, also bei Blinds von 20/40, sind 1.500 Chips nur 37,5 Big Blinds. Das ist ein Schwund von 25 Prozent. Und genau das ist es, was für die typische Dynamik von Pokerturnieren sorgt. Der Wert eines Chipstapels verändert sich nicht nur durch gewonnene und verlorene Chips, sondern auch mit jedem neuen Level.


Während es sich bei Bargeldspielen geduldiges Spiel gewöhnlich belohnt wird, kann es bei einem  Turnierpoker zu der Situation kommen, in der Sie nicht länger auf eine gute Starthand warten können, sondern alles auf eine Karte setzen müssen.


Bei den großen Live-Turnieren ist der Chipstapel zu Beginn eines Turniers meist deutlch größer, 20.000 oder 30.000 Chips sind keine Seltenheit. Die Spielzeit auf einem Level beträgt mitunter eine Stunde. Wie schnell sich die Blindlevel erhöhen und wie viele Chips Sie haben, hat deswegen einen großen Einfluss auf die Strategie.

Bevor Sie also anfangen Ihr Pokerturnier zu spielen, machen Sie sich am besten mit der Struktur vertraut. Wie groß ist der Chipstapel zu Beginn und wie schnell erhöhen sich die Blinds? Eine Struktur mit einem großen Chipstapel zu Beginn und langsam steigenden Blinds erfordert geduldiges Spiel und gekonntes Manövrieren nach dem Flop. Da der Chipstapel oft mehrere hundert Big Blinds beträgt, heißt Ihr Motto kontrollierte Offensive. Das Spiel gleicht auf den ersten Leveln fast dem Spiel im Cash Game. Eine solche Struktur begünstigt die besseren Spieler und reduziert das Glück auf einen weniger wichtigen Faktor. 

Verschiedene Strukturen bedürfen verschiedener Spielstile. Diese Anpassungsfähigkeit ist sehr wichtig beim Turnierspiel. Während bei Turnieren mit langsam ansteigenden Blinds Geduld eine Tugend ist, lohnt es sich bei Turbo-Turnieren früh Risiken einzugehen und möglichst schnell Chips einzusammeln. Gelingt es Ihnen, dann haben Sie in den folgenden Spielrunden vielleicht den nötigen Spielraum und eine Chance auf den Sieg. Wer diese Risiken scheut, wird sich schwer tun mit Turnieren mit schneller Struktur.
Bei Pokerturnieren kommt es darauf an, kalkulierte Risiken einzugehen und günstigen Gelegenheiten zu nutzen. Sind Sie zu zögerlich, werden Sie nur schwer gewinnen können.

Wenn Sie ununterbrochen knapp an Chips sind, ein so genannter Short Stack, werden Sie schon viel Glück benötigen, um es noch an den Finaltisch zu schaffen. In der Regel verlieren Sie einen der vielen Coin Flips und scheiden aus. Während es also bei Turnieren mit langsamer Struktur darauf ankommt, die ersten Runden zu überleben und geduldig auf gute Gelegenheiten zu warten, sollten Sie bei Turnieren mit schnellerer Struktur bewusst Risiken eingehen. Vielleicht scheiden Sie neun Mal für aus, schaffen es dafür aber einmal an den Finaltisch.

 

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