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Texas Hold’em – Die Regeln und der Ablauf - Teil I

Texas Hold’em – Die Regeln und der Ablauf - Teil I

Texas Hold´em, oder kurz Hold´em genannt, ist derzeit die Pokervariante, die weltweit am häufigsten gespielt wird. Viele Neulinge bekommen heute zum ersten Mal über das Fernsehen mit dem Spiel in Kontakt. Das Spiel zieht rasch in seinen Bann, es scheint leicht, aber von diesem ersten Einddruck sollten Sie sich nicht täuschen lassen. Nicht ohne Grund wird über Texas Hold em gesagt: "Es dauert eine Minute, das Spiel zu erlernen, aber ein Leben lang, um es zu beherrschen." Das Spiel erfordert nämlich nicht nur Glück, sondern vor allem Geschick und Erfahrung, um Spielsituationen richtig einschätzen zu können.

Der Sinn des Spiels

Der Sinn des Spiels ist es, aus sieben Karten die bestmögliche Pokerhand mit fünf Karten zu bilden. Diese Karten sind eine Kombination aus zwei nur von Ihnen einzusehende Karten, die Sie auch verdeckt vor Ihren Mitspielernn halten sollten und fünf "Gemeinschaftskarten" (community cards), die mit dem Blatt nach oben in die Mitte des Tisches gelegt werden. Sie kombinieren nun Ihre zwei Karten mit den fünf offenen Karten, die jeder benutzt. Wenn Sie die beste Fünf-Karten-Pokerhand zusammenstellen können, gewinnen Sie den gesamten Pot. Falls es zu einem Unentschieden kommt, wird der Pot geteilt. Eine sechste Karte wird niemals hinzugezogen und alles außer der besten Fünf-Karten-Hand ist irrelevant. Das ist es im Großen und Ganzen. Hört sich doch ziemlich einfach an, oder etwa nicht? Nun, es gibt da noch ein paar Dinge, die Sie wissen sollten.

Begriffe, die Sie kennen sollten


Es gibt ein paar Begriffe, die immer wieder in diesem Artikel vorkommen. Einer dieser Begriffe ist der "Button" oder auch "Dealerbutton". Der Button wandert nach jeder gespielten Hand im Uhrzeigersinn um den Tisch und repräsentiert den Geber. Bei einem Spiel zu Hause wissen Sie natürlich, wer gibt. In einem Casino mit einem professionellen Dealer oder online mit einem virtuellen Dealer wird ein weißer Puck, der mit einem "D" gekennzeichnet ist, um den Tisch gereicht. Einsatz und Spiel beginnen zur Linken dieses simulierten Dealers. 



Wichtig ist auch die Unterscheidung der kleinen Wette (small bet) und der großen Wette (big bet). Damit sind die jeweils möglichen Wetteinsätze gemeint. In einem $10-$20 Limit Hold´em Spiel zum Beispiel ist die kleine Wette $10 und alle Einsaätze vor dem Flop und auf dem Flop erfolgen in $10 Schritten. Beginnend mit dem Turn, der vierte von insgesamt fünf Gemeinschaftskarten, verdoppelt sich der Wetteinsatz, gespielt wird die große Wette und alle Einsätze erfolgen in $20 Schritten. Bei No-Limit-Spielen gibt es nach oben keine Beschränkung der Wetteinsätze. Die Höhe des Einsatzes können Sie frei wählen. Allerdings gibt es das so genannte Minimum-Bet, das in der Regel dem aktuellen Big Blind entspricht.

Ein anderer, oft wiederkehrender Begriff ist der Blind, entweder klein (small) oder groß (big). Die Blinds sind erzwungene Wetteinsätze (forced bets) und müssen vor jeder neuen Hand zur Linken des Dealers eingesetzt werden. Der folgende Abschnitt erklärt den Begriff detailliert.


Blinds

Eines der Hauptunterschiede zwischen Heimspielen und Casino- oder Internetspielen ist die blinde Wette (blind bet), bekannt als "Blind", anstelle des Ante (Ersteinsatz) im Texas Hold´em Spiel. Sie dienen als Anreiz für die anderen Spieler, ihre Einsätze zu machen. Sie bringen außerdem Dynamik ins Spiel, weil die Blinds festlegen, wer in der jeweiligen Runde als erster agieren muss. 

Ohne diese erzwungenen Wetteinsätze würde ein Spieler sonst wenig riskieren und nur seine besten Hände spielen. Wer diese Strategie verfolgt, wird bald schmerzlich bemerken, dass er diese Karten selten bekommt. Das ändert aber nichts daran, dass Sie in jeder Runde Ihre Blinds entrichten müssen. Folglich werden Sie versuchen, die Blinds ihrer Mitspieler zu stehlen und nicht nur auf erstklassige Karten zu warten.

Gewöhnlich gibt es zwei Blinds, das kleine Blind und das große Blind. Der Spieler zur unmittelbaren Linken des Dealers setzt das kleine Blind und der Spieler zu dessen Linken setzt das große Blind. Gewöhnlich ist das kleine Blind die Hälfte der kleinsten mögliches Einsatzes, des Minimum-Bet.

Die Blinds werden als "Live Blinds" angesehen, das heißt, dass die Spieler, die diese Einsätze bringen,  die Möglichkeit haben vor dem Flop zu erhöhen, wenn Sie an der Reihe sind. Die Setzrunde vor dem Flop (preflop) beginnt mit dem Spieler zur Linken des großen Blind. Alle weiteren Wettrunden beginnen zur Linken des Dealers, beginnend mit dem kleinen Blind.

Ausgabe der Karten und das Spiel vor dem Flop

Bevor die Karten ausgeteilt werden, werden die Blinds gesetzt. Das Austeilen beginnt zur Linken des Dealers, so dass Spieler im kleinen Blind die ersten Karten bekommt, der Spieler im großen Blind als zweiter und so weiter. Nachdem jeder zwei Karten mit dem Blatt nach unten erhalten hat, beginnt die erste Setzrunde, die Preflop-Runde oder schlicht Preflop genannt wird.

Alle Spieler, außer den Blinds, sind nun gezwungen entweder mitzugehen, den Big Blind zu erhöhen oder zu passen. Das Spiel setzt sich num den Tisch herum fort. Jeder Spieler muss, wenn er an der Reihe ist, entweder mitgehen, erhöhen oder passen, bis das Spiel wieder bei den Blinds angelangt ist. Der Spieler des kleinen Blinds hat jetzt die Möglichkeit entweder mit dem derzeitigen Einsatz und den Erhöhungen mitzugehen oder selbst eine zusätzliche Erhöhung zu machen. Wurde noch nicht erhöht, kann der Spieler im Small Blind mit einem halben Einsatz auffüllen und mitgehen, erhöhen oder eben passen. Für den Big Blind sieht es etwas besser aus: Wurde noch nicht erhöht, dann muss er kein weiteres Geld in den Pot investieren, um den Flop sehen zu können. Er kann selbstverständlich auch erhöhen, wenn er glaubt, dass er derzeit die beste Hand hält.

Wenn ein Spieler bei einem Wetteinsatz mitgeht und der Pot wird anschließend erhöht, wird die Runde so lange gespielt, bis sie wieder bei ihm angelangt ist. Nun hat er wieder die Möglichkeit mitzugehen, zu erhöhen oder zu passen. Falls er erhöht wird das Setzen wiedereröffnet und derjenige, der ursprünglich erhöht hat, muss den Einsatz nun entweder bezahlen , erhöhen oder passen. Wenn die Preflop-Runde abgeschlossen ist, wird es Zeit für den Flop.

Der Flop

Der Flop ist ein wichtiger Moment beim Pokerspiel. Der Wert einer Starthand wird nun erkennbar. Der Dealer, sei er nun real oder virtuell, legt 3 Karten mit dem Blatt nach oben in die Mitte des Tisches. Bislang kannten Sie nur zwei von möglichen sieben Karten, mit denen Sie am Ende die bestmögliche Hand bilden. Nun kennen Sie bereits fünf von sieben Karten. Sie werden sehen, ob sie bereits eine starke, gemachte Hand halten, ob sie ein Blatt haben, das noch durch kommende Karten stark werden kann oder aber Ihre Hand keinerlei Perspektive hat.

Nachdem der Flop ausgeteilt wurde, beginnt die Setzrunde mit dem Spieler zur Linken des Dealer-Buttons. Im Gegensatz zur Setzrunde vor dem Flop darf er entweder schieben oder setzen. Das gilt auch für alle weiteren Spieler:  Sie können mitgehen, erhöhen oder passen.

Falls Sie Limit-Hold’em spielen, dann sind in der Regel drei Erhöhungen gestattet, obwohl es in einigen Spielräumen in Las Vegas erlaubt ist, auch vier Mal zu erhöhen. Nach der dritten Erhöhung ist die Wette gedeckt und alle Spieler haben die Möglichkeit mitzugehen oder zu passen. Dann wird die nächste Karte gegeben, die Turn-Karte.

 

Lesen Sie weiter: Texas Hold'em Regeln Teil II

 

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